Wie wir mit Hanf den Planeten heilen & Umweltprobleme lösen können

Cannabis beziehungsweise Hanf ist eine der ältesten und wertvollsten Kulturpflanzen, die die Menschheit kennt. Wir sprechen nicht nur von einer Heilpflanze mit therapeutischen Eigenschaften für uns Menschen, wir sprechen auch von einer Pflanze mit dem Potential unseren Planeten zu heilen und unsere Umweltprobleme zu lösen. Eine Pflanze, die als natürlich nachwachsende Ressource in der Lage ist den größten Teil an Papier, Textilien, Baumaterialien und Energiebedarf zu liefern, zu nähren, zu heilen und zugleich die Böden zu verbessern und die Luft zu reinigen.

Als Heilpflanze gehörte Cannabis bis zum Beginn des 20 Jahrhunderts mit zu den wichtigsten und am häufigsten verwendeten Arzneimitteln. Menschen behandelten die unterschiedlichsten Krankheiten mit Cannabisextrakten aus den Knospen, Blättern, Samen und Wurzeln der Pflanze. So gibt es unter anderem Berichte über den Einsatz von Cannabisprodukten bei Beschwerden wie Schlaflosigkeit, Hustenanfällen, Rheumatismus, Asthma, Schmerzen, Hauterkrankungen sowie Krämpfen und Depressionen. Selbst Königin Viktoria von Großbritannien soll Cannabisharze gegen ihre Menstruationsbeschwerden eingenommen haben, und auch ihr Enkel Kaiser Wilhelm tröstete sich mit Hanf-Zigaretten über den Verlust von Reich und Ruhm hinweg.

Neben den therapeutischen Einsatzfeldern bietet Hanf eine erstaunliche Vielzahl weiterer Verwendungsmöglichkeiten, die nicht nur Vorteile für uns Menschen, sondern auch für unseren Planeten bieten. So kann Hanf unter anderem Bäume retten, Menschen kleiden, Häuser bauen, Autos bewegen und eine Alternative zu tierischen Proteinen darstellen.

Hanf steht für umweltfreundlichen Anbau und großzügige Ernten

Hanf ist mit Abstand der ertragreichste, nachwachsende Rohstoff der Erde, laut European Industrial Hemp Association kommt die Pflanze als eine von wenigen Kulturen ganz ohne Chemie, das heißt ohne Pestizide, Herbizide und Insektizide aus. Sie benötigt wenig Pflege und wächst außerdem in unterschiedlichen Klimazonen. Hanf erreicht seine Erntereife nach durchschnittlich nur vier Monaten. Zum Vergleich: Baumwolle benötigt circa acht bis neun Monate und verbraucht dabei ungefähr viermal so viel Wasser wie Hanf. In Zeiten allgemeiner Wasserknappheit ein klarer Punkt für Cannabis.

Vielmehr noch kann der Anbau von Hanf die Qualität der Böden verbessern. Hanf ist als Bioakkumulator bekannt, das heißt, die Pflanze zieht Giftstoffe und Schwermetalle aus der Erde. Ihre tiefen Wurzeln helfen, den Boden zu belüften. Alles Eigenschaften, die Nutzhanf zu einem idealen Kandidaten für die Fruchtfolge landwirtschaftlicher Betriebe machen. 

Hanf als echte Alternative in der Papierherstellung

Wälder stabilisieren als wichtige Kohlestoff Speicher das Klima unseres Planeten. Ihre Abholzung und die weltweite Entwaldung treiben die Klimakrise voran. Und jeder fünfte gefällte Baum wird für die Herstellung von Papier verwendet, von Schreibwaren bis zum Toilettenpapier.

Hanfpapier gilt als langlebiger und umweltfreundlicher als konventionelles Papier. So wurde die erste Fassung der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung und auch Gutenbergs Bibel einst auf Hanfpapier geschrieben. Dabei liefert nur ein Hektar Hanf so viel Material wie etwa vier Hektar Wald. Und während Bäume mindestens zwanzig Jahre brauchen, um nachzuwachsen, schenkt der Hanfanbau bis zu vier Ernten jährlich. Wieso lassen wir die Bäume nicht einfach stehen und den Sauerstoff für unseren Planeten produzieren?

Natürliche Textilien aus Hanf

Hanf liefert die perfekte Naturfaser, sie ist stabil, langlebig, atmungsaktiv und saugfähig. Hanffaser soll gegen Mehltau und Schädlinge beständig sein und antibakterielle Eigenschaften aufweisen. Und durch die in der Faser vorhandenen Hohlkammern, wirkt Kleidung auf Hanfbasis im Sommer kühlend und im Winter wärmend.

Während Hanfkleidung ihr Öko-Image langsam ablegt, steigt die Nachfrage nach Textilien auf Hanfbasis und mit ihr auch die Kreativität der Anbieter. So gibt es neben Socken, Unterwäsche und Hemden aus Hanffaser bereits Schuhe, Gürtel, Taschen, Schals und Hüte aus dem nachhaltigen Material zu kaufen. Wer mag, kann seinen kompletten Haushalt mit Hanftextilien ausstatten, vom Bettlacken, über Handtücher bis bin zu Servietten und Vorhängen.

Biologisch abbaubare Kunststoffe auf Hanfbasis

Herkömmliche Kunststoffprodukte und -verpackungen auf Erdölbasis sind leicht, billig, praktisch und ein riesiges Problem für unsere Umwelt. Man denke nur an die großen Plastikmüllstrudel in unseren Weltmeeren, mehrere tausend Tonnen Kunststoff, die mehrere hundert Jahre brauchen bis sie zersetzt sind und zugleich immer weiteren Müll anziehen. Jährlich werden circa 400 Millionen Tonnen Kunststoffe produziert, ein Drittel davon landet kurze Zeit später wieder im Müll. Plastikrückstände landen in unseren Nahrungsketten, sie machen uns Menschen, die Tieren und unseren Planeten krank.

Aus Hanf lässt sich ein Biokunststoff herstellen, der eine pflanzliche, biologisch abbaubare Alternative zu den bisherigen Kunststoffen bietet. Biokunststoffe aus der schnell nachwachsenden Hanfpflanze könnten den Kunststoffmarkt in kürzester Zeit dominieren. So lassen sich beispielsweise ganze Autokarosserien aus Hanfkunststoffen konstruieren, wie Henry Fords „Hemp Car“ bereits 1941 zeigte. Getankt wurde selbstverständlich mit einem Biokraftstoff aus Hanf.

Weitere Industrieprodukte aus Hanf

Baumaterialien und Verbundwerkstoffe aus Hanffasern werden immer beliebter. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn im Gegensatz zu vielen herkömmlichen Materialien braucht es für Baustoffe auf Hanfbasis keine aufwendige, energieintensive Produktion. So ist Baumaterial aus Hanf vergleichsweise günstig. Hanffasern gelten als extrem fest und stehen für eine hohe Stabilität. Baustoffe aus Hanf bieten außerdem eine sehr gute Ökobilanz und eine hervorragende Wärme- beziehungsweise Kältedämmung - das alles ohne den Einsatz chemischer Giftstoffe.

Auch Kraftstoffe können aus der Pflanze hergestellt werden. Biokraftstoffe aus dem nachwachsenden Rohstoff Hanf verursachen im Vergleich zu fossilen, endlichen Brennstoffe weniger Umweltverschmutzung und setzen weniger Kohlendioxid in die Atmosphäre frei.

Hanfsamenöl kann außerdem für die Herstellung von Lacken, Lösungsmitteln, Farben und Schmiermitteln verwendet werden, ganz ohne den Einsatz von Erdöl.

Warum wir Hanf noch nicht vollumfänglich nutzen

Die Gründe für die jahrzehntelange Verfolgung und Stigmatisierung von Cannabis im Zuge der weltweiten Cannabisprohibition in den 1920 und 1930er Jahren war auf ganzer Linie ideologisch, politisch und wirtschaftlich motiviert. Es ist die klassische Geschichte, in der sich einige wenige bereichern, zum Nachteil vieler und zum Nachteil unserer Mutter Natur. Alles begründet auf einer kleinen chemischen Verbindung genannt Tetrahydrocannabinol kurz THC mit berauschend wirkenden Eigenschaften. Der therapeutische Nutzen, den Cannabis Cannabinoide einschließlich THC auf unsere Gesundheit und für unser Wohlbefinden haben können, sowie die enorme Vielzahl weiterer Verwendungsmöglichkeiten der Pflanze wurden dabei einfach unter den Tisch gekehrt.

Wie wir unseren Planeten heilen

Umweltprobleme und die weltweite Klimakrise zwingen uns zum Umdenken. Die Lösung ist eine der ältesten, bekannten Nutz- und Kulturpflanzen. Sie bietet das Potential, eine Vielzahl unserer Probleme zu lösen. Hanf als nachwachsender Rohstoff ist in der Lage, die Abholzung unserer Wälder zu stoppen, die Umweltverschmutzung einzudämmen, unsere Luft und die Böden zu reinigen und unseren Bedarf an Papier, Textilien, diverser Industrieprodukte und Energie zu stillen. Wir müssen es nur noch wollen!


Titelbild: Johnalexandr / stock.adobe.com

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