Cannabis Glossar

Von A wie Adaptogen bis V wie Vollspektrum, in diesem Cannabis Glossar findest du die wichtigsten Begriffe der modernen Cannabis Kultur verständlich erklärt.

Adaptogen

Adaptogene sind biologisch aktive Pflanzenstoffe, die in der Lage sind dem Organismus zu helfen sich erhöhten körperlichen und emotionalen Stresssituationen anzupassen. Sie können beispielsweise die Belastungs- und Stressresistenz gegenüber ungünstigen Umweltfaktoren (extreme Kälte, Hitze oder Lärmbelastung), ungünstigen psychologische Faktoren (darunter Angst, Depression) oder erhöhten körperlichen Belastungen (wie sportliche Wettkämpfe oder Trainingssituationen) stärken. Adaptogene sollen zudem einen positiven Effekt auf Stress induzierte Krankheiten ausüben. Sie können Langzeitschäden von Dauerstress eindämmen, die körperliche Regeneration unterstützen und helfen Zellstrukturen langfristig zu schützen.

Bioverfügbarkeit

Die Menge der Substanz, die in den Blutkreislauf aufgenommen wird. Die Bioverfügbarkeit beeinflusst die Wirksamkeit, was bedeutet, dass Produkte mit optimierter Bioverfügbarkeit eine höhere Absorptionsrate aufweisen als Produkte mit geringerer Bioverfügbarkeit. Die Bioverfügbarkeit von CBD ist beispielsweise über die Mundschleimhaut wesentlicher höher, als über den Magen. Daher empfehlen wir dir dein CBD Öl unter die Zunge zu tropfen und 30 – 60 Sekunden im Mund zu behalten, ehe du das Öl herunter schluckst oder ausspuckst.

Cannabidiol (CBD)

Cannabidiol (CBD) wurde 1940 von Roger Adams entdeckt und ist eine von über einhundert natürlich vorkommenden Verbindungen der Hanfpflanze, die als Cannabinoide bezeichnet werden. Neben Tetrahydrocannabinol kurz THC zählt Cannabidiol CBD zu den bekanntesten Cannabinoiden der Pflanze. Im Gegensatz zu THC wirkt CBD jedoch nicht berauschend psychoaktiv. Cannabidiol interagiert mit dem Endocannabinoidsystem, es wirkt auf die CB2-Rezeptoren in unserem Körper und unterstützt das stabile Gleichgewicht der physiologischen Körperfunktionen. CBD hat so auf natürliche Weise die Fähigkeit, Entzündungen zu bekämpfen, Muskelkater, Menstruationsbeschwerden und Schmerzen zu lindern, Stress abzubauen, den Schlaf zu unterstützen, mentale Klarheit zu schaffen und das Gewichtsmanagement zu fördern. Die Weltgesundheitsorganisation bewertete Cannabidiol bereits 2017 als positiv und erklärte weiter, dass CBD bei einer  Reihe von Erkrankungen hilfreich sein kann und nicht mit negative Auswirkungen auf die Gesundheit verbunden ist.

Cannabigerol (CBG)

Cannabigerol ist ein für die Cannabispflanze spezifisches Phytocannabinoid, welches die Produktion von CBD und THC Verbindungen unterstützt.

Cannabinoide

Cannabinoide bezeichnen Botenstoffe, die in der Lage sind, den Stoffwechsel der Zellen zu beeinflussen und deren Aktivitäten herauf- bzw. herunter zu fahren. Sie überwachen das Gleichgewicht aller Funktionen des Körpers und sind im Störungsfall bestrebt, dieses Gleichgewicht wieder herzustellen. Störungen des Gleichgewichts treten insbesondere bei Angst- und Stresszuständen oder Krankheiten auf. Körpereigene Cannabinoide bezeichnen wir genauer als Endocannabinoide, pflanzenbasierte Cannabinoide dagegen als Phytocannabinoide

Cannabinoid Rezeptoren

Cannabinoid Rezeptoren befinden sich im gesamten Körper und sind Teil des Endocannabinoidsystems. An den Cannabinoid Rezeptoren des Endocannabinoidsystems greifen sowohl körpereigene wie auch pflanzenbasierte Cannabinoide an.

Cannabinol (CBN)

Cannabinol ist ein Cannabinoid, das in Spuren in der Cannabispflanze vorkommt und sich durch seine beruhigenden Eigenschaften auszeichnet.

Cannabis

Cannabis bzw. genauer Cannabis Sativa L. ist die lateinische Bezeichnung einer Pflanzenfamilie, die wir als Hanf kennen. Cannabis ist eine der ältesten und vielfältigsten Kulturpflanzen der Menschheit. Bereits seit Jahrhunderten gilt Cannabis als ökonomisch wichtiger Lieferant für Fasern, Nahrungsmittel und Medizin. Die Pflanze wurde in fast allen europäischen und asiatischen Ländern angebaut und stellte lange Zeit eine wichtige Rohstoffquelle für die Herstellung von Seilen, Segeltuch, Bekleidungstextilien, Papier und Öl Medizinal Produkten dar. Nach einer politisch und wirtschaftlich motivierten Kampagne wurde dien Pflanze von den USA ausgehend nahezu weltweit verboten.

CB1

CB1-Rezeptoren sind Teil des Endocannabinoidsystems. Sie kommen hauptsächlich im Gehirn vor und werden von dem Neurotransmitter Anandamid beieinflusst. Anandamid ist verantwortlich für Vergnügen, Motivation und Hunger.

CB2

CB2-Rezeptoren sind im gesamten Körper vorhanden. Sie sind Teil des Endocannabinoidsystems. Eine unausgewogene Funktion von CB2- Rezeptoren wurde bereits mit vielen Arten von Erkrankungen des Menschen in Verbindung  gebracht,  von  Herz-Kreislauf-, Magen-Darm-, neurodegenerativen, Autoimmun-, Haut-, Knochen- bis hin zu Schmerzerkrankungen.

Endocannabinoide

Endocannabinoide sind körpereigene Cannabinoide, sie aktivieren die Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2 des Endocannabinoidsystems. Ein Beispiel für ein körpereigenes Cannabinoid ist Anandamid, ein Neurotransmitter, der während des Trainings freigesetzt wird und das sogenannte „Läuferhoch" verursacht.

Endocannabinoidsystem (ECS)

Das Endocannabinoidsystem bezeichnet einen Teil des Nervensystems bestehend aus Rezeptoren und Enzymen, welches an der Regulierung verschiedenster kognitiver und psychologischer Prozesse beteiligt ist, darunter Stimmung, Immunsystem, Schlafzyklus, Stoffwechsel, Schmerz und Herz­ Kreislauf-System. Namensgebend für das Endocannabinoidsystem waren die Wirkstoffe der Cannabispflanze, die sogenannten Cannabinoide, die erst zur Entdeckung des Endocannabinoidsystems führten.

Entourage Effekt

Der Entourage Effekt bezeichnet die Wechselwirkung natürlicher Pflanzenkomponenten untereinander und innerhalb des menschlichen Körpers. Sie wirken harmonischer zusammen  als für sich allein genommen. Insbesondere CBD arbeitet in einem perfekten Gleichgewicht mit den anderen in der Hanfpflanze vorkommenden Cannabinoiden und Terpenen.

Hanf

Hanf ist die deutsche Bezeichnung für Cannabis und bezieht sich allgemein auf Pflanzen, die zur Herstellung und Produktion der unterschiedlichsten Produkte verwendet werden können, vom Nahrungsmittel über Textilien bis hin zu Baumaterial. Hanf gilt außerdem als Energieträger und Bioakkumulator und bietet sich als Fruchtfolge für Landwirte geradezu an. In der EU stehen zertifizierte Hanfsorten für den Nutzanbau zur Verfügung, sie enthalten nur einen sehr geringen Anteil der berauschend wirkenden Verbindung Tetrahydrocannabinol (weniger als 0,5 % THC) und fallen somit nicht unter das Betäubungsmittelgesetz.

Hanf Extrake

Hanf Extrakte sind Extrakte aus der ganzen Hanfpflanze. Mit hochwertigem Trägerölen verdünnt kann der Hanfextrakt tropfenweise eingenommen oder äußerlich aufgetragen werden. Häufig verwendete Trägeröle für Hanfextrakte sind Hanfsamenöl, Olivenöl oder MCT Öle.

Isolate

CBD in seiner isolierten Form. Für die Herstellung wird Cannabidiol zuerst aus der Pflanze extrahiert und anschießend raffiniert, um alle anderen Cannabinoide und sonstige Bestandteile der Pflanze zu entfernen. Das Ergebnis ist ein sehr reines CBD mit einem Gehalt von 99,9%.

Marihuana

Umgangssprachliche Bezeichnung für THC-haltige Cannabispflanzen, bzw. deren getrocknete, harzhaltige Blüten und blütennahen, kleinen Blätter. Marihuana gilt als Rausch wie auch als Heilmittel.

Phytocannabinoide

Phytocannabinoide beschreiben Cannabinoide, die von Pflanzen abgeleitet werden. Sie ähneln in ihrer Struktur den körpereigenen Endocannabinoiden. Als Substanzen mit ähnlichen pharmakologischen Eigenschaften aktivieren sie die Cannabinoid-Rezeptoren CB l und CB2 unseres Endocannabinoidsystems.

Terpene 

Terpene sind organische  Verbindungen, die eine wichtige Rolle als Aromastoffe und natürliche Abwehrmechanismen vieler Pflanzen spielen. Sie sind der Grund dafür, dass Früchte und Blumen unverwechselbare, einzigartige Gerüche haben und passende Bestäuber anziehen, gleichzeitig bieten sie Pflanzen ein Mittel zur Verteidigung. Cannabis Terpene sind mehr als nur Geschmack und Aroma. Sie können die Intensität und Dauer bestimmter Cannabinoid Wirkungen mit beeinflussen.

Tetrahydrocannabinol  (THC)

Delta9-Tetrahydrocannabinol (THC) ist das bekannteste Cannabinoid der Cannabispflanze mit psychoaktiv berauschender Wirkung. In Deutschland unterliegt THC dem Betäubungsmittelgesetz (BtmG) und allgemein verkäufliche Hanfprodukte dürfen maximal 0,2% THC enthalten damit sie legal sind.

Tinktur

Eine Tinktur ist eine aus pflanzlichen Grundstoffen hergestellter Extrakt, der zu einem flüssigen Konzentrat geformt wird.

Vollspektrum Öl

Hanfextrakte oder Öle aus dem vollen Pflanzenspektrum beinhalten alle in der Pflanze natürlich vorkommende Cannabinoide und Terpene. Vollspektrum Öle machen sich den Entourage Effekt zu nutze, wonach spezifische Verbindungen ihre Wirkung verstärken. Achte beim Kauf von Vollspektrum Ölen unbedingt auf die Einhaltung der gesetzlichen  Vorgaben, die je nach Wohnort  variieren können. In Deutschland liegt die derzeit zulässige Konzentration von THC in einem Cannabisprodukt bei maximal 0,2%.

Dieses Glossar beansprucht keine Vollständigkeit und dient allein zur Orientierung im Fachjargon der modernen Cannabis Kultur!

Titelbild: Yevheniia / stock.adobe.com

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